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«Wir sind ein junges Team»

«Wir sind ein junges Team»

Tobias Siegenthaler (33) arbeitet als Glaser auf Montage. Bei Gebäude D waren er und sein Team gefordert – aber sie wurden mit Hühnerhaut-Effekt belohnt.

Tobias Siegenthaler, Sie arbeiten beim – nach eigener Aussage – ältesten Glasbauunternehmen der Schweiz…

…und wir sind ein kleines, junges Team, mit einem Durchschnittsalter von vielleicht 37 Jahren! Es ist schön hier zu arbeiten, sehr familiär.

In Gebäude D ist viel Glas verbaut. Welche Bereiche haben Sie mitgestaltet?

Wir haben an den Stirnseiten des Atriums auf allen Etagen die Brüstungen aus Verbundglas sowie rund um den Innenhof die in Holz gerahmten Brandschutzgläser montiert. Montage ist der grösste Teil unserer Arbeit – hauptsächlich Duschen, Küchenrückwände, Spiegel und Geländer. Vielfach tauschen wir auch kaputte Isoliergläser bei Fenstern aus. Und wir haben eine kleine Werkstatt für Serviceaufträge wie neue Gläser für Bilderrahmen oder Reparaturen von Glasmöbeln.

Was war für Sie vor Ort besonders?

Das ist eine grosse Baustelle, auf der wir neun Monate Arbeiten machen konnten, die für uns nicht alltäglich sind – wie zum Beispiel das Brandschutzglas in Kooperation mit dem Schreiner zu verbauen. Wir haben dabei «viel Dreck gegessen» – aber als das Innengerüst abgebaut war, hatten wir Hühnerhaut. Wir haben minutenlang gestaunt, wie gut alles zusammengekommen ist.

Warum haben Sie Glaser gelernt?

Wegen meinem Papi. Er war Chauffeur bei Glas Troesch. Ich wollte eigentlich Koch werden, habe mich aber wegen der Arbeitszeiten dagegen entschieden. Dann konnte ich Polymechanik und Glaser schnuppern. Das hat mir sofort gefallen. Das Material ist zerbrechlich und meine Leistung ist, es zu veredeln. Ich mache das jetzt im 14. Jahr. Ich habe mit 16 die damals noch dreijährige Ausbildung bei Glas Troesch begonnen und bis vor zwei Jahren dort gearbeitet.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Wir treffen uns am Morgen um sieben Uhr zur Arbeitsverteilung: Wir schauen, wer mit wem arbeitet, was uns auf der Baustelle erwartet und was speziell ist. Weil wir ein kleiner Betrieb sind, kann sich schnell etwas ändern, man muss flexibel sein. Als zukünftiger leitender Monteur übernehme ich neben meiner täglichen Arbeit als Monteur auch organisatorische Tätigkeiten.

Wie schalten Sie ab?

Gegen Ende der Woche bei einem Bierli im Kollegenkreis. Das sind alles Leute, die handwerklich arbeiten. Wir reden über unsere Arbeit. Und ich mache Sport. Am liebsten schaffe ich mit meinem eigenen Körpergewicht auf dem Vitaparcours. Ich wohne in Roggwil BE, wir haben in den umliegenden Dörfern vier davon – ich habe also gute Auswahl.

Arbeiten Sie privat auch mit Glas?

Eher nicht. Es ist wichtig abzuschalten. Ich arbeite um zu leben – nicht umgekehrt.

Tobias Siegenthaler (*1992) hat Glaser EFZ gelernt und in 2011 abgeschlossen. Bis 2023 arbeitete er bei Glas Troesch. Seitdem ist er für Gressly Glas in Bellach SO tätig.

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D-Bulletin Nº 9 – 2025, Unter Strom

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