Wo es gerade brummt: In Gebäude D am Guisanplatz arbeiten zurzeit über 100 Handwerkerinnen und Handwerker. Wie sie zur Baustelle hin- und wegfahren und wo sie parkieren sollen, regelt ein Verkehrskonzept. Einblick in eine wichtige Planung, die den Alltag für die Nachbarschaft im Quartier und für die Handwerksunternehmen gut gestalten will.
Die Baustellenerschliessung für Gebäude D beinhaltet ein klares Verkehrsregime. Während der Arbeit an der Baugrube und am Rohbau waren die Verkehrsflüsse vorgeschrieben. Jetzt, wo der Innenausbau begonnen hat und täglich über 30 Firmen mit ihren Mitarbeitenden in PKW und Kleinfahrzeugen die Baustelle anfahren, hat sich das Verkehrsaufkommen erneut verändert. «Wir wollten die Verkehrsflüsse für jede Phase des Baus durchdenken und die Rahmenbedingungen so definieren, dass der Verkehr für das Quartier nicht störend ist,» sagt Doris Däpp. Die Bauingenieurin (BSB + Partner Ingenieure und Planer AG) hat die gesamte Verkehrsführung für Gebäude D geplant.
Doris Däpp, Bauingenieurin und Verkehrsplanerin für Gebäude D. Bild: zVg Bundesamt für Bauten und Logistik / Rolf Siegenthaler
Wenn die Gewerke Gipser und Elektriker, Plattenleger und Schreiner, Wärme-Kälte-Techniker oder Türbauer mit ihren Einzelfahrzeugen die Baustelle anfahren, steigt nicht nur der Individualverkehr an, die Handwerker brauchen auch Platz zum Parkieren. Die Stadt Bern verlangt deshalb bei Bauprojekten Verkehrs- und Logistikkonzepte, mit denen auch auf die Bedürfnisse der Nachbarschaft Rücksicht genommen wird.
Diese Konzepte regeln nicht nur die Verkehrsflüsse, sondern auch den ruhenden Verkehr: Wie passen Handwerker- und Lieferantenfahrzeuge zum bestehenden Parkplatzangebot? Wie kann die Bauherrschaft selbst ein Angebot für den ruhenden Verkehr schaffen? Und sind vielleicht Shuttle-Services möglich?
Bei der Baustelle am Guisanplatz ist das Verkehrskonzept eine nützliche und verbindliche Handlungsanleitung für alle Handwerker. Es ist Bestandteil der Ausschreibung, muss von den Firmen in der Offerte berücksichtigt werden und wird Vertragsbestandteil nach Auftragserteilung. «Wir haben ausgehandelt, dass die Firmen, die mit uns arbeiten, auf dem Expo-Gelände Parkplätze anmieten können», sagt Dieter Buri, Gesamtleiter Generalplaner für Gebäude D bei Aebi &Vincent Architekten SIA AG. «Dazu haben wir einen Verkehrsdienst auf der Sempachstrasse eingesetzt, der sicher stellen soll, dass unsere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und Verkehrssicherung umgesetzt und die extra eingerichteten Wartezonen genutzt werden.»
Pascal Müller vom Verkehrsdienst sichert die Zu- und Wegfahrten Baustellenbereich. Bild: zVg Bundesamt für Bauten und Logistik / Rolf Siegenthaler
Dass Störpotenzial reduziert und das Quartier entlastet wird, ist Patrick Rüttimann wichtig. Für den Co-Präsidenten der IG Wankdorf und stellvertretenden Delegierten der IG Wankdorf im DIALOG Nord gehört dazu, nicht ausserhalb der bestehenden Parkplätze zu parkieren. Oder in grossem Mass Plätze der Weissen Zone zu beanspruchen. «Wir wünschen uns stets, dass die Bauherrschaft präventiv und proaktiv nach Lösungen sucht, um Flächen für die am Bau Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Bei Gebäude D ist das geglückt.»
Zusammen mit Hanspeter Winkler, Leiter Projektmanagement und Bauherrenvertreter im Bundesamt für Bauten und Logistik, und dem Generalplanerteam von A&V finden regelmässig Treffen mit Quartiervertreterinnen und -vertretern statt, die dazu dienen, sich zu den baurelevanten und nachbarschaftlichen Themen zu besprechen. «Der Austausch schafft Vertrauen und sensibilisiert gegenseitig», sagt Patrick Rüttimann. «Ich weiss, wir können unsere Themen einbringen, das gibt Sicherheit und ist konstruktiv».
Der Innenausbau dauert noch bis im Frühjahr 2026. «Wir haben eine Info-Hotline installiert», so Dieter Buri. Neben der Bauleitung dient sie allen Handwerkern als Informationsquelle, wenn rund um Verkehr und Logistik Fragen aufkommen.