Gelungene Aufrichte: Die Bauleute feiern einen Meilenstein ihrer Arbeit

Am 7. Dezember fand die Aufrichte-Feier für das Gebäude D statt. Die bis jetzt am Projekt beteiligten Fachplanenden, Unternehmer, Baumeister-Equipen, Vertreter/-innen der zukünftigen Nutzer und der Bauherrschaft feierten gemeinsam den wichtigen Meilenstein: Der Rohbau ist erfolgreich abgeschlossen.

Nach und nach füllte sich der Platz zwischen dem provisorischen Eingang ins Gebäude D und den Baucontainern mit den Büros der Bauleute. Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Wirz, Bill, Büchi und Ramseier aus Bern – «meine vier Blauen», wie Dieter Buri, Gesamtleiter Generalplaner Aebi & Vincent Architekten, sie scherzhaft mit Anspielung auf ihre Logofarben nennt – mischen sich mit Vertretern der zukünftigen Nutzer, der Fachplaner/-innen, der beteiligten Unternehmen, des Objektmanagement und der Bauherrschaft. Zirka 350 Menschen haben bis jetzt in den Werkstätten, auf der Baustelle und in den Büros am Projekt mitgearbeitet. Fast 200 davon folgten der Einladung zur Aufrichte-Feier.

Und sie sind für ein Erinnerungsbild vor «ihrem» Gebäude nochmal zusammengerückt.

Die Aufrichte ist nach der Grundsteinlegung der zweite wichtige Meilenstein im Verlauf vom Bauprojekt. Sie zeigt an: Der Rohbau ist fertiggestellt, der Dachstuhl aufgerichtet. Wo gemäss der alten Bautradition früher der Zimmermann den letzten Holzbalken im Dachstuhl stellte, versetzte am 5. und 6. Dezember 2023 ein Team der Baumeister-Equipe die sechs Betonträger über dem Atrium, auf denen später das gläserne Dach aufliegen wird. Ein kleiner Tannenbaum steht seitdem auf einem der Träger und zeigt an: Das Haus steht.

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Wertschätzung für die Handwerker und das gute Miteinander

«Es war ein bewegender Moment, als die Träger versetzt worden sind und alles geklappt hat. Wir haben zusammen viel geleistet. Das verbindet», sagt Chefbauleiter Roland Müller. Vor eineinhalb Jahren haben die Betonarbeiten im 2. Untergeschoss begonnen, nun ist das Gebäude sechs Stockwerke hoch. «Es ist schön, dass wir jetzt den alten Brauch pflegen und zusammen feiern. Das ist wichtig für die Seele vom Haus».

Nach erfolgreichem Abschluss des Rohbaus und bevor die Fassadenarbeiten und der Innenausbau voranschreiten, wird gewürdigt, was bis jetzt geleistet worden ist. Hanspeter Winkler, Leiter Projektmanagement BBL und Vertreter der Bauherrschaft, sagt in seinem Grusswort, dass ihn «am heutigen Tag ein Gefühl von Stolz erfüllt». Vor 13 Jahren habe Entwurfsarchitekt Pascal Vincent mit seinem Team den Wettbewerb gewonnen, seitdem arbeite man zusammen. Es brauche viel und Viele, damit ein Bauprojekt gut gelingen kann. Was wären die Entwürfe und Konstruktionen, wenn es keine Fachleute gäbe, die bauen. «Jeder trägt etwas zum grossen Puzzle bei. Das Fest ist ein Zeichen der Wertschätzung des Bundes», so Winkler.

Baukultur geniessen

Guter Brauch ist, einen Richtspruch aufs Gebäude auszubringen. Dieter Buri steigt als Vertreter Generalplaner auf eine aus drei Holzpaletten improvisierte Rednerplattform und schaut in die Runde. Es wird kurz still, als er sein Glas zum Toast erhebt: «Heute feiern wir die Taufe vom Gebäude. Unsere gemeinsame Arbeit und die Aufgabe verdienen immer neu Ehrfurcht, Respekt und Dankbarkeit». Dann holt er aus, lacht befreit und wirft sein Weinglas unter Beifall auf den Boden. Es zerspringt in hundert Teile, ganz so wie es sein soll – für Glück und weiterhin gutes Gelingen.

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D-Bulletin Nº 6 – 2023, der Rohbau

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